Ausgangssituation

Ausgangssituation

Kurze Durchlaufzeiten, hohe Produktvielfalt, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität: Hersteller von XXL-Produkten wie Windkraftanlagen, Schiffen, Flugzeugen oder Förderanlagen für den Hafenbetrieb müssen sich infolge der steigenden Marktanforderungen zunehmend von ihren Wettbewerbern differenzieren. Der wichtigste Ansatzpunkt sind die Produktionskosten. Durch eine Umstellung von einer Baustellen- auf eine Fließfertigung kann die Produktion rationalisiert werden.

Bei der Herstellung von XXL-Produkten dominiert bislang die Baustellenfertigung. Dabei wird das Produkt an einem festen Montageort gefertigt. Das Fertigungsprinzip ist sehr flexibel und anpassungsfähig und bietet eine Vielzahl an Vorteilen für die XXL-Produktion. Demgegenüber stehen Nachteile wie eine hohe Anzahl an Zwischenlagerstufen, eine niedrige Kapazitätsauslastung und eine geringe Produktivität.

Eine Alternative zur Baustellenfertigung ist die Fließfertigung. Im Vergleich zur Baustellenfertigung ist sie mit Vorteilen wie einer höheren Produktivität, einer höheren Effizienz bei gleichbleibender Qualität und einem höheren Automatisierungsgrad verbunden. Einige große Unternehmen machen sich diese Vorteile bereits zu Nutze und haben mit der Umstellung der Baustellen- auf die Fließfertigung begonnen. Allerdings stellt die Herstellung von XXL-Produkte besondere Anforderungen an die Fließfertigung. Eine Reorganisation des Fertigungsprinzips ist daher mit erheblichen Beratungsaufwänden und Implementierungskosten verbunden. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können diese Aufwendungen in der Regel nicht aufbringen. Unter welchen Randbedingungen eine Fließfertigung wirtschaftlich eingesetzt werden kann, ließ sich bislang kaum abschätzen, da die erforderlichen Entscheidungsgrundlagen fehlten.